Wenn Karambolagen zu Kunst werden

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Stans, 1964, aus der Serie Karambolage, Arnold Odermatt

Er fotografierte Unfallszenen zu Dokumentationszwecken. Heute wird Arnold Odermatt als Künstler gesehen, und eine Auswahl seiner Fotografien war auch schon an der Biennale in Venedig ausgestellt. Nun zeigt die Photobastei in Zürich die bisher umfangreichste Ausstellung mit Werken von Arnold Odermatt. Die Fotos sind nicht nur ein wahrer Genuss, sondern auch spannende Zeitdokumente.

1925 im Kanton Nidwalden geboren, erlernte Arnold Odermatt den Bäckerberuf. Wegen einer Mehlallergie musste er ihn allerdings rasch aufgeben und begann 1948 bei der Polizei zu arbeiten. Odermatt war einer der ersten, der Unfallszenen fotografierte statt, wie damals noch üblich, Zeichnungen zu machen. Zudem fand er zunehmend Gefallen am Fotografieren und tat dies nicht nur zu Arbeitszwecken, sondern auch in seiner Freizeit.

Entdeckt wurde das umfassende Werk von seinem Sohn Urs Odermatt. Der Regisseur stiess bei seinen Recherchen zu seinem Film «Wachtmeister Zumbühl» auf die archivierten Bilder seines heute 92-jährigen Vaters. Er war beeindruckt und publizierte schliesslich mehrere Bücher, darunter auch «Karambolage», das im Steidl Verlag erschien. 2001 zeigte der Schweizer Kurator Harald Szeemann eine Auswahl von 32 Arbeiten von Odermatt auf der Biennale in Venedig.

Ausstellung: 
Arnold Odermatt
Photobastei, Sihlquai 125, 8005 Zürich
bis 5. März
photobastei.ch

Bücher:
Karambolagen
Feierabend
Erschienen im Steidl Verlag
steidl.de

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Buochs, 1995, Arnold Odermatt

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Buochs, 1965, Arnold Odermatt

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Stans, 1973, Arnold Odermatt

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