Auch Leuchten haben Gefühle

Eigentlich stehen sie immer brav an ihrem Plätzchen, rühren sich – zumindest wenn nicht von Menschenhand angestossen – nicht und tun wie ihnen geheissen: Möbel und Accessoires. Dieses – man könnte schon fast sagen – «Weltbild» hat der in Berlin wohnhafte chinesische Designer Weng Xinyu mit seinem Projekt «Good Medicine Tastes Bitter» auf clevere Weise über den Haufen geworfen. Ob mürrische Lampe, mit der Zeit dahinraffende Uhr oder verschwommener Fotorahmen; diese Gegenstände amüsieren nicht nur, sondern regen auch zum Nachdenken an.

Good Medicine Tastes BitterGood Medicine Tastes Bitter

Das Schicksal von «Time Killer» (oben) ist wahrlich tragisch: Die Holzuhr nimmt sich selbst das Leben. Hier bleibt jedoch nicht das Uhrwerk stehen, sondern das Holz zerschneidet sich selbst. So wird die Zeit plötzlich bewusster wahrgenommen.

Good Medicine Tastes BitterGood Medicine Tastes Bitter

«Angry Lamp» hingegen ist nachtragend. Vergisst der Benutzer seine Leuchte, schaltet diese automatisch ab. Aber auch wenn es zu hell ist, nimmt sich das Modell mit Köpfchen zurück.

Good Medicine Tastes BitterGood Medicine Tastes Bitter

Erinnerungen verblassen mit der Zeit – was heute bildlich noch scharf im Gedächtnis verankert ist, wird in wenigen Stunden, Tagen, Wochen, Monaten und Jahren zu einer verschwommenen Erinnerung von dem, was einst war. «Tangible Memory» greift diese Idee des kontinuierlichen Vergessens auf.

Good Medicine Tastes BitterGood Medicine Tastes Bitter

Die Leuchte «Shadow Play» spielt, wie es der Name bereits verrät, mit dem Verhältnis von Licht und Schatten.

Mehr dazu ausserdem im Video:

Kommentar verfassen