Ein Kochduell der ästhetischen Art

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Haben Sie unsere letzte Printausgabe verpasst? Dann gibts hier nachträglich noch einen Leckerbissen aus der WR7/15 … Erfahren Sie, wie sich zwei junge Frauen wöchentlich ein transkontinentales Kochduell liefern und so ihr erfolgreicher Foodblog «Liz & Jewels – Two girls cooking on two continents» entstand.

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Grafikdesignerin Lisa Nieschlag (alias Liz, links im Bild) und Fotografin Julia Cawley (alias Jewels) kochen wöchentlich im Duell. Die eine in Deutschland, die andere in den USA. Die Idee für ihre transkontinentale Kochaktion, bei der beide – mehr oder weniger zeitgleich – ein neues Rezept ausprobieren und die Ergebnisse jeweils fotografieren, entstand eigentlich als Spassprojekt. Heute, drei Jahre später, tummeln sich auf ihrem Blog «Liz & Jewels» monatlich über 20 000 Leser. Und kürzlich erhielten sie den 2. Platz beim German Food Blog Contest in der Kategorie «Innovation + Herzblut». Eine Erfolgsgeschichte, die zeigt: Kochen ist was Wunderbares – und verbindet Menschen weltweit.

 

Liz, an welchem Rezept arbeitest du gerade?
Für den Blog an einem Cocktail namens «El diablo». Und für ein Kochbuch, für das ich die Fotos mache, an einem Zitronen-Quinoa-Salat mit Brokkoli und Mandeln.

Du machst neben dem Blog auch Kochbücher?
Eigentlich fing alles mit Kochbüchern an. 2010 hatte ich zusammen mit meinem Kollegen Lars Wentrup, mit dem ich seit 2001 in Münster eine Agentur für Kommunikationsdesign führe, die Idee, ein Kochbuch herauszubringen. Uns war aufgefallen, dass es keins mit regionalen Rezepten aus dem Münsterland gibt, das auch eine jüngere Generation ansprechen würde. Darum beschlossen wir, selbst eins herauszubringen, und fragten Julia, ob sie dafür die Fotos machen würde. Innerhalb von zwei Monaten waren die 3000 Exemplare vergriffen. Es folgten dann drei weitere Bücher, bis Julia Ende 2010 nach New York gezogen ist. Und weil wir trotz Distanz weiter gemeinsam an Buchprojekten arbeiteten und ständig E-Mails und Videos zu Essen und Foodfotografie hin- und herschickten, kam ich auf die Idee, mit ihr einen Blog zu machen.

Kannst du unseren Lesern kurz erklären, was das Besondere an eurem Blog ist?
Viele kennen das Problem: Man kocht nach dem selben Rezept wie ein anderer, und trotzdem kommt was anderes dabei heraus. Im Grunde geht es genau darum. Jewels und ich kochen oder backen nach gleicher Anleitung, aber jede für sich. Sie in New York, ich in Münster. Bevor wir nicht jeweils Fotos vom Ergebnis gemacht haben, sprechen wir nicht über das Rezept. Erst am Schluss vergleichen wir die Resultate und tauschen uns darüber aus, wo die Schwierigkeiten lagen oder was womöglich
nicht geklappt hat. Jede von uns schreibt dann einen kleinen Erfahrungsbericht.

Was sind das für Rezepte, nach denen ihr kocht und backt?
Zum Teil sind es Rezepte aus Kochbüchern, zu denen wir dann entsprechend verlinken, zum Teil überlegen wir uns selbst etwas.

Was die Fotos auf eurem Blog angeht: Inwiefern unterscheiden sich die Bildsprache und das Styling bei euren Fotos?
Jeder hat natürlich seinen eigenen Stil entwickelt, aber es gibt auch Gemeinsamkeiten. Wir fotografieren beide ausschliesslich mit natürlichem Licht, und es ist nicht alles «megagestylt». Uns ist wichtig, dass man das Ganze danach auch essen kann. Da Jewels und ich den Blog quasi nur nebenbei machen, muss das mit dem Essen irgendwie im Alltag integrierbar sein. Wir haben beide Kinder und
Familie. Insofern arbeiten wir weder mit Haarspray, Emulgatoren noch mit anderen Hilfsmitteln, die sonst bei der Foodfotografie zum Einsatz kommen.

Hättest du für unsere Leser noch Tipps für andere Foodblogs?
Klar…

www.call-me-cupcake.blogspot.de
www.cannellevanille.com
www.greenkitchenstories.com
www.kraut-kopf.de
www.monsieurmuffin.de

 

 

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