Ba-Ba-Banküberfall!

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Ende März wird in Zürich ein neuer sogenannter «Escape Room» eröffnet – ein bisweilen szenografisch aufwendig gestalteter Raum, in dem verschiedene Rätsel gelöst werden müssen. Ein Spielzimmer für Erwachsene sozusagen. Wir sprachen mit Roland Arato (24), der zusammen mit seinen beiden Freunden Fabian Lehner und Mathis Woesthoff die neue Location am Zürcher Hauptbahnhof konzipiert und gebaut hat.

Interview: Susanne Lieber

 

Für alle, die es noch nicht wissen: Erklär doch bitte kurz in eigenen Worten, was ein «Escape Room» ist.
Es geht um einen Raum, in den man im Team (2–5 Personen) eingesperrt wird und versuchen muss, innerhalb einer Stunde rauszukommen. Dazu muss man Rätsel und Aufgaben durch logisches Denken und Kombinationsgeschick lösen. Ein Spielleiter führt die Gruppe zunächst in das Spiel ein und erklärt die Geschichte dazu. Den Spielverlauf beobachtet er dann ausserhalb des Raums über Kameras, um gegebenenfalls über eine akustische Verbindung Hilfe anzubieten, wenn das Team mit den Aufgaben nicht weiterkommt.

Woher kommt der Trend?
Soweit ich weiss, gab es den ersten «Escape Room» in Riga. Danach ist das Ganze schnell nach Budapest geschwappt, wo ich aufgewachsen bin. Budapest ist quasi die Hauptstadt der «Escape Rooms». Von dort aus wurde die Idee in die ganze Welt getragen – von Kanada bis Malaysia.

Seit wann gibt es solche «Escape Rooms»?
Ich denke, die ersten entstanden vor ca. 10 Jahren.

Und wann entstanden die ersten in der Schweiz?
Das war relativ spät, vor etwa vier Jahren.

Wie viele solcher Räume gibt es hierzulande mittlerweile?
Das kann ich nur grob schätzen, aber sicherlich 40. Alleine in Zürich gibt es schon 5–6 verschiedene Anbieter solcher Locations.

Im Dezember hast du zusammen mit deinen beiden Freunden in Zürich einen eigenen «Escape Room» eröffnet. Dafür habt ihr im Keller am Zürcher Hauptbahnhof das Innere eines U-Boots nachgebaut (s. WR 3/17, S.22 – das Video zum Aufbau gibt hier). Ende März eröffnet ihr bereits einen zweiten Raum. Um welche Geschichte wird es dort gehen?
Als Besucher gehört man quasi fiktiv zu einer kriminellen Bande, die für eine Person aus der Unterwelt eine Bank ausrauben soll.

Eine mutige Idee, wenn man bedenkt, dass du im realen Leben zurzeit für Banken tätig bist.
Stimmt, ich mache gerade ein Praktikum im Bereich Finanztechnik.

Wieviele Aufgaben wird es bei dem neuen Spiel zu lösen geben?
Das kann ich momentan noch nicht genau sagen. Und ich will natürlich auch noch nicht zuviel verraten.

So einen Raum zu bauen, ist ganz schön aufwendig. Wieviel Zeit habt ihr bereits investiert?
Wir bauen seit Januar daran. Wenn es irgendwie möglich ist, sind wir jeden Abend dort und arbeiten jeweils mehrere Stunden. Zum Teil haben wir bis 4 Uhr morgens durchgemacht.

Und wie finanziert ihr das?
Ziel war es, aus den Einnahmen des ersten Raums (U-Boot) diesen zweiten bauen zu können. Die Kosten liegen schätzungsweise zwischen 8.000 und 10.000 Franken. Einige Utensilien haben wir umsonst bekommen.

Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, hier in Zürich einen eigenen Raum zu konzipieren und zu bauen?
Ich kam vor 5 Jahren in die Schweiz, um BWL zu studieren. Aufgewachsen bin ich eigentlich in den USA und wie schon gesagt in Budapest. Dort habe ich etwa 30 verschiedene «Escape Rooms» ausprobiert. Manche davon fand ich allerdings nicht sonderlich gut gemacht. Ich war davon überzeugt, dass ich das mit meinen Freunden besser kann. Und dann hat sich die Möglichkeit ergeben, in einem Keller in der Löwenstrasse selbst einen «Escape Room» zu bauen.

Wie wird es weitergehen? Könntest du dir vorstellen, solche Räume hauptberuflich zu konzipieren und zu bauen?
Die «Escape Room» sind für mich ein Hobby. Es macht mir momentan extrem viel Spass. Und ich will herausfinden, wie weit wir es mit unseren Ideen noch treiben können.

Was macht für dich den perfekten «Escape Room» aus?
Eine coole Story, die richtige Atmosphäre und vor allem logisch zusammenhängende Rätsel. Wenn ich beispielsweise aus einem Gefängnis ausbrechen muss, möchte ich keine ägyptischen Hyroglyphen entschlüsseln müssen.

Was ist aus deiner Sicht ein absolutes No-Go für einen «Escape Room»?
Wenn etwas nicht funktioniert und ein Spielleiter in den Raum muss. Das unterbricht den Flow des Spiels und das Abtauchen in die jeweilige Themenwelt.

Gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade bei den Räumen?
Ja, aber die sind international nicht definiert. Das ist also sehr subjektiv. Unsere beiden Räume würde ich als relativ schwierig bezeichnen.

Und was kostet der Rätselspass bei euch?
Je nach Gruppengrösse wischen 31 und 49 Franken pro Person.

Herzlichen Dank für das Interview, Roland. Und weiterhin viel Erfolg bei eurem kreativen Vorhaben!

 

Ort:
Löwenstrasse 67, 8001 Zürich
info@panicroomgames.com
www.panicroomgames.ch

 

 

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